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Violator
1990
Tracklist:
(Stumm 64)
 
Cover
- World In My Eyes
- Sweetest Perfection
- Personal Jesus
- Halo
- Waiting For The Night
- Enjoy The Silence
- Policy Of Truth
- Blue Dress
- Clean
Violator
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Alle Titel geschrieben von Martin L. Gore.
Aufgenommen im World Wide Programming Room in London, den Logic Studios in Mailand, den Puk Studios in Dänemark, den The Church Studios in London, den Master and Rock Studios in London und den Axis Studios in New York 1989 und 1990.
Produziert von Depeche Mode und Flood.
Veröffentlichungsdatum: 19.3.1990

Für die Produktion von 'Violator' verpflichteten Depeche Mode zum ersten Mal Mark 'Flood' Ellis, der Anfang der Achtziger Jahre schon für andere bei Mute beheimatete Künstler gearbeitet hat sowie bereits mit der irischen Band U2 gearbeitet hat. Die Demos die Martin für das neue Album vorlegte waren absichtlich sehr unvollständig, um den anderen beteiligten die Möglichkeit zu geben, mehr Input zu geben. So kam 'Enjoy The Silence' als Ballade zu den Aufnahmen und entwickelte sich während der Aufnahmen zum Uptempo Popstück. Die erste Vorabsingle 'Personal Jesus' erschien bereits ein knappes halbes Jahr vor dem Album und entwickelte sich in den USA zur best verkauften Single in der Geschichte von Warner Brothers, dem amerikanischen Mutterkonzern ihrer dortigen Plattenfirma. Zu eine Autogrammstunde in einem Plattenladen in Los Angeles erschienen 17.000 Fans. 90 Minuten nach Beginn der Autogrammstunde musste ebendiese abgebrochen werden weil die Situation zu eskalieren drohte. Ein Grossaufgebot an Polizei konnte aber das schlimmste verhindern, so dass es nur sieben Verletzte gab. Alle großen Fernsehsender der USA berichteten von diesem Ereignis, was für die Band und das Album natürlich exzellente Werbung war.
 


Das Perfekte Album… sieht wohl ungefähr so aus wie Violator. Was die Vier mit „Violator" abgeliefert haben gehört zu den besten Alben die wohl je die Ohren erfreut haben. Einziges Manko an einem ansonsten wohl perfekten Album ist, das es ein klein wenig zu kurz geraten ist. Dafür entschädigt aber der Inhalt umso mehr. In der heutigen Zeit ist es ja meistens so, das man beim Kauf eines Albums zwei bis drei gute Titel drauf hat und der Rest ist nur noch schlechte Beigabe. Es gibt aber doch immer wieder Künstler deren Alben man vom ersten bis zum letzten Ton durchhören kann, ohne das es langweilig wird. Neben Depeche Mode gehören für mich Künstler wie Simply Red, Duran Duran, Madonna, U2, Bruce Springsteen, Die Toten Hosen, und einige andere dazu. Dort kann man meistens wenig falsch machen. Noch heute nach 13 Jahren hat „Violator" nichts von seiner Wirkung verloren. Nach der „Music for the Masses" Tour dachte man wohl an eine längere Pause, aber man wurde eines besseren belehrt mit diesem genialen Album.

Gore ist ein genialer Songschreiber, aber hier muss vor allem Alan Wilder genannt werden! Violator, dass nicht zuletzt von Gore und Gahan als das "Wilder-Album" bezeichnet wird, zeigt die Genialität, aus Gore's Demos geniale Songs zu machen. Die ganzen Effekte/Samples, das ganze Arrangement, der geniale Klang und Sound jedes einzelnen Liedes, die Vielschichtigkeit, die Soundtiefe, ja sogar was für ein Songtyp es ist (Enjoy The Silence war als stilles Somebody-ähnliches Lied gedacht!!), das alles ist komplett Wilder. Mit Hilfe von Flood, nicht Gore! Von Gore kamen nur gesungene Demos, minimal untermalt mit Akustik-Gitarre oder ähnlichem.

Neben den ausgekoppelten Singles zählen für mich das softe „The sweetest Perfection" und das geniale „Halo" zu den absoluten Highlights auf einem Album ohne Schwachpunkte. Bis heute schafft es Depeche Mode sich ständig weiter zu entwickeln. Mit dem bisher letzten Album „Exciter" aus dem Jahr 2001 bewiesen DM wieder einmal das Sie zum absolut besten gehören was die Musik in Zeiten von gecasteten Möchtegernstars zu bieten hat. Zum Glück verschwinden talentfreie „Superstars" so schnell wie sie gekommen sind. Bands wie Depeche Mode werden uns hoffentlich nach nun schon über 20 Jahren Bandgeschichte weiterhin mit solchen Alben erfreuen.

Kurzhistory zum Album

Die letzten Tage der 80iger brechen an. Depeche Mode sitzen im Studio und basteln am Sound für das neue Jahrzehnt. Als Produzent steht ihnen diesmal Mark "Flood" Ellis zur Seite, der bereits mit Nick Cave und Soft Cell zusammengearbeitet hatte. Martin Gores Demos sind diesmal deutlich unvollständiger als bei den "Music For The Masses"-Sessions, um der Band wieder genug Raum für Experimente zu lassen.

London, Mailand, Dänemark sind die Stationen der Aufnahme. Und als erstes Resultat wird Ende August 1989 "Personal Jesus" veröffentlicht, ein ungemein bluesiger Song mit eingängigem Gitarren-Lauf (!), der zu einem der größten Hits der Band wird. Aber dann kommt "Enjoy The Silence" im Februar 1990 und übertrumpft den Erfolg der Vorgängersingle noch.

"Enjoy The Silence" kombiniert pulsierende Dancebeats mit zuckersüßer Melancholie und beweist eindrucksvoll, dass Depeche Mode nicht mit dem Heer der 80er-Popacts untergehen wird. Anton Corbijn lässt Dave als König verkleidet mit einem Liegestuhl durch wunderschöne Landschaften stiefeln und schafft sein vielleicht eindrucksvollstes Video für die Band.

Die Vorzeichen sind also sehr gut, als "Violator" Mitte März 1990 erscheint. Das Album verkauft sich ausgezeichnet und zeigt Depeche Mode auf dem Zenit ihres bisherigen Schaffens. Es ist düster, tanzbar, hymnisch und verbindet instrumentale und elektronische Sounds in einer ganz neuen Qualität. Zumindest für diese Band. Neben den weiteren Auskopplungen "Policy Of Truth" und "World In My Eyes" müssen noch das verführerische "Halo" und das pechschwarze "Clean" hervorgehoben werden.

Und schon steht die nächste Tour an. Depeche Mode packen sich zwar den Terminkalendar nicht mehr so extrem voll, aber die Reise markiert einen gefährlichen Wendepunkt in der Bandgeschichte: Dave Gahan, genau wie der Rest der Band schon immer allerlei Drogen zugeneigt, entdeckt seine Vorliebe für Heroin.


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