| Songs Of Faith And Devotion-Live | 1993-Live |
Tracklist: |
(L Stumm 106) |
Cover |
|
- I Feel You
- Walking In My Shoes
- Condemnation
- Mercy In You
- Judas
- In Your Room
- Get Right With Me
- Rush
- One Caress
- Higher Love |
![]() |
| go to Singles | go to Lyrics |
Alle Titel geschrieben von Martin L. Gore.
Aufgenommen in Kopenhagen, Mailand, Lievin und New Orleans 1993.
Produziert von Alan Wilder und Steve Lyon.
Veröffentlichungsdatum: 6.12.1993. Dieses Album, aufgenommen währen der 1993er Devotional Tour zeigt eindrucksvoll wie unterschiedlich die Studioversionen und die Liveversionen des Albums 'Songs Of Faith And Devotion' sind. Alan Wilder und Steve Lyon begannen unmittelbar nach Beendigung der Aufnahmen für das Studioalbum mit den Vorbereitungen für die Liveversionen. Diese stellten sich im Laufe ihrer Arbeit als aufwändiger als zunächst gedacht heraus da fast das gesamte Album noch einmal eingespielt wurde und mit zusätzlichen Sounds und Samples angereichert wurde.
|
Nach über drei harten Jahren des hoffen und bangen legten DM 1993 endlich ihr nächstes Album vor. Diese Wartezeit hat sich wirklich gelohnt kann man im Nachhinein nur sagen. Nicht nur äußerlich verändert zeigten DM ein ganz neues Gesicht. Sänger Dave Gahan mit langer Mähne und Vollbart und musikalisch mit verändertem Stil präsentierten DM uns 1993 das Album „Songs of Faith and Devotion", bei dem der Titel alleine ja schon kultverdächtig erscheint. Im Vergleich zum sehr elektronischen und Pop Musik beeinflussten Album „Violator" zeigten sich DM hier wieder mehr von Ihrer düserer und dunklen Seite. Schon die erste Single „I feel you" zeigte überdeutlich das die Band sich musikalisch weiter entwickelt hat. Wie von DM gewohnt ist auch SOFAD ein Album welches zu keinem Zeitpunkt langweilig wird. Der einzig abfallende Titel auf dem Album wird vielleicht die Singleauskopplung „Condemnation", ein Titel mit dem ich mich bis heute nicht so richtig anfreunden kann. In einem ansonsten durchweg genialen Album zählen für mich neben den Singles „I feel you", „Walking in my shoes" und „In your room" die Titel „Higher Love", „Rush" und auch „Mercy in you" zu den ansoluten Highlights. Wobei es schwer fällt sich bei solch durchweg starken Alben auf Lieblingstitel festzulegen. Jedenfalls kann man sagen das es DM mit diesem Album wieder einmal geschafft haben Ihren Siegeszug fortzusetzen. |
Kurzhistory zum Album |
Die "World Violation"-Tour ist vorbei, die Band zerstreut sich in alle Winde und kümmert sich um ihre Familien. Was nach Idylle klingt, wird für Dave Gahan zum physischen und psychischen Absturz: Das Heroin wird zum Mittelpunkt seines Lebens, er begeistert sich für den Grunge und stilisiert sich zum Rock-Messias. Inklusive langer Haare, Bart und einer Unzahl an Tattoos. Anfang 1992 treibt Flood die Bandmitglieder in ein Studio in Madrid. Alle gehen sich gegenseitig auf die Nerven. Besonders Alan Wilder, der zuvor sein Recoil-Soloprojekt vorangetrieben hatte, hat es satt, auf die Allüren Gahans Rücksicht nehmen zu müssen. Als Depeche Mode später nach Hamburg umsiedeln, um das neue Album "Songs Of Faith And Devotion" weiterzuführen, bleibt der zunehmend depressive Andy Fletcher fern: Daves Heroin-Sucht ist längst zur Zerreißprobe geworden. Silvester 1992 ist das Album endlich fertig, und im Februar 1993 erscheint "I Feel You" als erste Auskopplung. Die Fans reagieren irritiert und begeistert zugleich: Die Rockelemente des Songs drängen die DM-typische Elektronik schon fast an die Wand, und Dave sieht im Video aus wie ein ausgemergelter Gesandter Seattles. Am 22.03.1993 zeigt "Songs Of Faith And Devotion", dass "I Feel You" kein Ausrutscher war: Depeche Mode haben eine Art "Rockplatte" gemacht. Rock-, Blues- und Gospel-Elemente verleihen der Elektronika einen schmutzigen, rauhen Anstrich. Die kühle Ungreifbarkeit ist verschwunden; dieses Depeche-Mode-Album riecht nach Schweiß und Blut. Andrew Harrison vom englischen Magazin "Select" schreibt treffend: "Es ist kein Heavy-Metal, aber Heavy-Plastic". Drei weitere Singles folgen: "Walking In My Shoes" ist eine der schillerndsten Hymnen der Band, mit dem Gospel-Song "Condemnation" versucht sich Dave als "großer Sänger" zu profilieren und bei "In Your Room" glaubt Anton Corbijn, seinen letzten Clip für die Band zu drehen. Denn die Zersetzungserscheinungen sind unübersehbar. Die anschließende Tour mit 156 Konzerten in 14 Monaten gibt Depeche Mode den Rest. Dave Gahan erinnert sich: "Es war, als wäre eine Irrenanstalt auf Tournee. [...] Wir hatten sogar einen Drogendealer und einen Psychiater angestellt." Der Party- und Drogenrausch endet ohne Andy Fletcher, der nach einem erneuten Zusammenbruch zurück nach England reist. Alan Wilder mischt eine Live-Version von "Songs Of Faith And Devotion", die im Dezember 1993 herauskommt. Die Devotional-Versionen aller dort gespielten Lieder sind der Hammer, und mit einer unglaublichen Liebe zum Detail produziert worden. Eine geniale Live-Ausarbeitung der 10 SOFAD-Lieder. Überhaupt ist die SOFAD-Livetour die wohl mit Abstand beste Tour je gewesen, was sowohl die akustische Ausarbeitung (Wilder/Lyon) als auch die visuelle (Corbjin) betrifft. Dass SOFAD-Live keine nicht SOFAD-Lieder enthält, und dazu noch streng an die SOFAD-Liedreihenfolge sich hält, mag ein valider Kritikpunkt sein, vor allem, weil Higher Love am Ende als Intro der Tour natürlich seltsam klingt. Aber anonsten zeigt das Album den Hammer-Live-Sound, den sie 1993 schaffen konnten, und den kein DM-Fan missen sollte. Tour zuende , Depeche Mode am Boden: Fletch ist in ärztlicher Behandlung, Martin ausgebrannt, Dave hängt an der Nadel und wiegt nur noch 50 Kilo, Alan zieht die Reißleine und verkündet am 1. Juni 1995 offiziell seinen Ausstieg aus der Band: "Es war mir sehr wichtig, diesen Entschluss zum richtigen Zeitpunkt zu treffen, solange ich noch motiviert bin, meine Begeisterung und Leidenschaft für Musik noch nicht verloren habe und mich darauf freue, an neuen Projekten arbeiten zu können." Harte Worte, wenn man zwischen den Zeilen liest... |