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Some Great Reward
1984
Tracklist:
(Stumm 19)
 
Cover
- Something To Do
- Lie To Me
- People Are People
- It Doesn´t Matter
- Stories Of Old
- Somebody
- Master And Servant
- If You Want
- Blasphemous Rumours
somegreat
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Alle Titel geschrieben von Martin L. Gore mit Ausnahme von 'If You Want'.
Diesen Titel hat Alan C. Wilder geschrieben.

Aufgenommen in den Hansa Studios in Berlin und im Music Works Studio in London 1984.

Produziert von Depeche Mode, Daniel Miller und Gareth Jones.
Veröffentlichungsdatum: 24.9.1984

Die Erstauflage der LP erschien in grauem Vinyl.
Das Album 'Some Great Reward' beinhaltet mit dem Stück 'People Are People' das als erste Single aus dem Album ausgekoppelt wurde, die bis zu dem damaligen Zeitpunkt erfolgreichste Single die Depeche Mode eine Nummer 1 in den deutschen Single-Hitparade bescherte und auch in den USA wurde die Single zu ihrem ersten großen Hit und kletterte bis auf einen beachtlichen dreizehnten Platz. Das Video zu 'Master And Servant', der zweiten Single des Albums enthält Szenen aus dem deutschen Bundestag. Um die Wartezeiten, die bedingt durch die Bearbeitung von Samples bei der Aufnahme dieses Albums auftraten, zu überbrücken, nahmen Andy, Martin und Alan zum Spaß ein zweites Album namens 'Toast Hawaii' auf. Die Kassette mit den Stücken erblickte aber nie das Licht der Welt und schlummert irgendwo im Privatarchiv von Daniel Miller.
 


Die Texte von Depeche Mode-Songs, gelegentlich völlig abwegig, sind eine potentielle Quelle für Frustration. "I don't want to start any blasphemous rumours / But I think that God's got a sick sense of humour / And when I die / I expect to find him laughing ("Ich will keine blaspemischen Gerüchte in die Welt setzen / Ich glaube aber, daß Gottes Sinn für Humor krank ist / Und wenn ich sterbe / Glaube ich, daß ich ihn lachend vorfinden werde"), so lautet der Refrain in "Blasphemous Rumours", einem gegen Religion gerichteten Stück, das versuchten Selbstmord von Jugendlichen und Unfälle mit Todesfolge als Belege anbringt. Der Texter Martin Gore fährt gewöhnlich immer Pluspunkte für seine Kreativität ein, doch hat es hier den Anschein, daß die Themenwahl eher willkürlich erfolgt ist, daß die Band ebenso depressive Songs über einen schlechten Tag schreiben könnte -- und es auch ernst meint. Aber das ist gerade der Spaß, und vielleicht auch der Genius, von Depeche Mode. Wenn es darum geht, etwas schonungslos kontrovers darzustellen, sind sie ganz in ihrem Element. Die erste US-Single der Engländer, "People Are People", die ebenfalls auf Some Great Reward zu finden ist, steht "Blasphemous Rumours" in nichts nach, doch ihr Unterton ist eher anregend im Gegensatz zu dem nihilistischen Bild im letztgenannten Lied. Und noch ein ungleiches Paar übt Anziehungskräfte aufeinander aus: das industrial-mäßige, leicht Sadomaso-angehauchte Stück "Master and Servant" stellt ein perfektes Gegengewicht zu dem Fensterbank-Mondschein-Liebeslied "Somebody".

Kurzhistory zum Album

Der endgültige Durchbruch: Im März 1984 erscheint die Single "People Are People" und erklimmt die Pole Position der deutschen Charts. Erst 17 Jahre später werden Depeche Mode mit "Dream On" erneut eine Single-Nummer-Eins bejubeln können.

Depeche Mode sind plötzlich in aller Munde. Und natürlich in aller Ohren. Zum Open-Air-Konzert im Juni 1984 pilgern 50.000 Fans nach Ludwigshaven. Zur gleichen Zeit werkelt man bereits fleißig am vierten Album, das schließlich ab August in den Berliner Hansa-Studios abgemischt wird. Besonders Martin erliegt dem eigentümlichen Reiz der geteilten Stadt und wählt sie sich zum Zweitwohnsitz.

Anfang September erscheint mit dem heftigen "Master And Servant" der zweite Vorgeschmack auf das neue Album, das dann endlich am 24.09.84 in den Läden steht und Platz drei der deutschen Album-Charts erklimmt.

"Some Great Reward" spült die Industrial-Einflüsse des Vorgänger-Albums "Construction Time Again" noch klarer an die Oberfläche. Harte, kalte Sounds treffen wiederum auf die DM-typische Melancholie und Herzlichkeit. Das Coverfoto von Brian Griffin spiegelt die Atmosphäre der Platte wunderbar wieder.

Alan Wilder steuert mit "If You Want" nur noch einen der neun Songs bei. Dafür allerdings ein absolutes Highlight. Als dritte Auskopplung gibt es eine Doppelsingle mit "Blasphemous Rumours" und "Somebody". Letzteres ist das wohl bis heute schönste Liebeslied aus der Feder Martin Gores. "Blasphemous Rumours" mit seinem überaus bissigen Text kann dagegen als Paradestück des Albums vorgezeigt werden: eingängig und doch experimentell, erwachsen und kontrovers.

Unschöner Schlusspunkt eines überaus erfolgreichen Jahres: Beim Depeche-Mode-Konzert in Böblingen zünden Randalierer eine Tränengasbombe. Die Panik unter den 6.000 Besuchern hinterlässt Verletzte.


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